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Norwegens Höchster Berg


Galdhøpiggen

 

Mit 2469 Meter über Meer ist der Galdhøpiggen der höchste Berg Norwegens und ganz Skandinaviens. Er liegt im wunderschönen Jotunheimen-Gebirge. Bis in die 1980er-Jahre galt der benachbarte Glittertinden als der höchste Berg. Seine vergletscherte Gipfelkuppe ist mittlerweite derart abgeschmolzen, dass diese nun vom Galdhøpiggen überragt wird. Traurig aber leider Realität - unsere Gletscher schmelzen und dennoch führt man dort massenweise Touristen über die weissen Riesen. Es führen 2 Wege auf den Galdhøpiggen, einerseits der längere & anstrengendere Weg von Spiterstulen aus, andererseits der Weg von der Juvasshytta über den Styggebrean-Gletscher. Wer die Ruhe auf dem Gipfel geniessen möchte, sollte unbedingt früh aufstehen, denn Mittags erreichen die ersten geführten Touren den Gipfel. Glaubt mir, dies möchtet ihr nicht erleben - Massentourismus vom Feinsten sag ich euch.

 


Spiterstulen

 

Spiterstulen liegt abgelegen auf 1104 m. Die Zufahrt ist nicht für alle erlaubt. Mit dem Wohnwagen darf man nicht hochfahren. Mit dem Wohnmobil wurde es teils sehr eng und wir mussten einige Mal Rückwärtsfahren um zur nächsten Ausweichstelle zu gelangen. Es fahren dort Linienbusse, welche das Kreuzen noch mehr erschweren können. Nachdem man die lange, holprige Zufahrtsstrasse hinter sich halt, gelangt man auf einen grossen Parkplatz. Dort hat es sogar einige Stellplätze mit Strom für die Wohnmobile. WC‘s hat es für alle zugänglich in der Nähe der restlichen Hütten. Wer nicht mit dem Wohnmobil oder dem Zelt kommt, kann auch dort in einer der verschiedenen Hütten unterkommen. Jedoch ist es wichtig vorab abzuklären ob es noch freie Betten hat. Uns kam Spiterstulen vor wie das Everest-Basecamp. Überall sieht man bunte Zelte und reges treiben tagsüber. Ein toller Ausgangspunkt für viele schöne & strenge Wanderungen.

 


Die Wanderung

Unser Wecker ging am 1. August 2019 früh morgens um 5.30 Uhr los. Mit etwas Mühe standen wir auf um uns für die Wanderung bereit zu machen. Die Rucksäcke waren schon gepackt, lediglich die Sandwiches habe ich frisch gemacht. So konnten wir um 6.00 Uhr bereits loslaufen. Bei den WC‘s sieht man schon die Brücke welche man überqueren muss. Es gilt wie überall in Norwegen Leinenpflicht. Über die Brücke vorbei an unzähligen Zelten startet unsere Wanderung. Es war ein grauer, verhangener Morgen. In der kühlen Morgenluft stiegen wir die ersten Höhenmeter hoch um das gesamte „Basecamp“ zu überblicken. Um diese Zeit schliefen die meisten noch, daher war alles angenehm still & friedlich. Wir folgten dem steilen Wanderweg bis dieser länger je steiniger wurde.

 

 

Mit dem Geröll erreichten wir aber auch die Nebelgrenze und ein wunderschöner Tag strahlte uns entgegen. Mit der Zeit wurde es länger je schwieriger den Weg zu finden und mit Hund an der Hand über die Steine zu krakseln. Da es in dieser Gegend nun keine Schafe mehr hatte liessen wir Mex frei. Noch waren keine anderen Wanderer unterwegs, somit störten wir niemanden. Der Weg war steil und sehr Mühsam, doch die Aussicht einfach fantastisch. Wir überquerten die ersten Schneefelder. Ja selbst ende Juli hat es hier oben noch Schnee liegen - Mex freute dies sehr. Er genoss es sichtlich sich im Schnee zu wälzen und ausgelassen zu toben. Beim ersten Schneefeld war dies auch noch ohne Risiko möglich, jedoch sollte man immer gut aufpassen.

 

 

Dann endlich hatten wir den Gipfel im Blick, wir freuten uns schon sehr. Doch bald kam die Ernüchterung. Dies war nur einer von drei Gipfeln auf unserer Wanderung. Der erste Gipfel war der des Svellose von welchem es weiter zum Keilhaustoppen geht. In diesen Passagen musste etwas geklettert werden, aber es war nicht sehr anspruchsvoll. Jedoch ist bei jedem Schritt Vorsicht geboten. Ich bin froh ist Mex solch eine Bergziege und bewältigt dies ohne Mühe. Doch endlich erreichten wir auch den Galdhøpiggen. Die Aussicht oben ist einfach nur gigantisch - bei uns am ersten wie mit einem 4000er vergleichbar. Alles rundherum lag uns zu Füssen - Berge und Gletscher wo man nur hinsah. 

 

Ach übrigens gibt es auf dem Gipfel ein Kiosk, dies kann man sich bei uns gar nicht vorstellen. Bezahlung per Kreditkarte....

 

 

Da wir sehr lange unterwegs waren und es oben noch einiges an Schnee hatte, war ich um unsere Rex Specs froh. So musste ich mir keine Gedanken machen um Mex's Augen. Den die Sommersonne in Kombination mit dem Schnee kann extrem stark sein. Die Hundeaugen sind unseren sehr ähnlich und daher kann dies auch wie bei uns zu geröteten, gereizten Augen führen.

 

Schliesslich ging es wieder nach unten. Auf dem Rückweg trafen wir dann sehr viele Wanderer an und der Massentourismus wurde länger je besser sichtbar. Gut sind wir so früh gestartet, dies hat sich definitiv gelohnt. Nach der Wanderung waren wir dann alle drei erst mal platt. Selbst ein Helikopter, welcher gleich unter uns jemanden abtransportierte war nicht einmal mehr ein Kopfheben wert. Glücklich und Stolz machten wir uns dann mit unserem "Giovanni" auf den Rückweg ins Tal.

 

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