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Mein Hund hat Angst - Teil 2

 

Im ersten Teil habt ihr erfahren wie wir zu Mex kamen. Dies ist ja leider schon etwas her - bei uns war viel los in letzter Zeit, leider nicht gerade zum Positiven. Doch nun weiter mit unserer Geschichte. Aufgrund der mangelnden Sozialisierung entschieden wir uns Mex direkt mit nach Hause zu nehmen. Darauf waren wir dann doch nicht vorbereitet gewesen, doch wir arrangierten uns schnell. 

 

Ich konnte 2 Wochen Ferien nehmen zu Anfangs, damit Mex sich in Ruhe einleben kann. Danach Adrian noch eine Woche und ich darauf für 2 Wochen 50%. Somit hatten wir einige Zeit für einen gemeinsamen Anfang. Die ersten Tage waren sehr anstrengend, da Mex keine Sekunde alleine bleiben konnte. Ich konnte nicht einmal in Ruhe duschen ohne Mex's Gebelle nebenan. Wir liessen ihn erst einmal in Ruhe ankommen. Auch wir mussten uns daran gewöhnen, obwohl wir uns bewusst waren worauf wir uns mit einem Welpen einliessen. 

 

 

In den ersten Tagen lernte Mex unsere Eltern und Geschwister kennen. Zu Anfangs zeigte er sich auch da sehr scheu, wie auch bei den anderen Menschen denen wir begegneten. Unsere ersten kleinen Spaziergänge machten wir bei uns auf der "roten Meile", welche immer gut belebt ist. Wir wollten Mex an neue Situationen gewöhnen. Viele Menschen- und Hundebegegnungen waren uns wichtig. Bei den Menschen zeigte er sich generell eher scheu und er versteckte sich gerne hinter uns. Wir gaben ihm Zeit und baten die Menschen ihn nur zu begrüssen falls Mex von selbst auf sie zukommt. Hundebegegnungen hingegen waren von Anfang an kein Thema für Mex. Bei grossen Hunden war er erst zurückhaltend, doch immer taute er schnell auf. Zu Anfangs war ihm vieles ungeheuer. Fahrräder, Skateboards, Kinderwagen, Mülleimer... Mit viel Geduld versuchten wir Mex an diese Alltagsgegenstände zu gewöhnen. Dies klappte mit der Zeit gar nicht mal so schlecht. 

 

Im Garten übten wir bereits früh Tricks mit Mex, da wir die Spaziergänge, wie für Welpen empfohlen, kurz hielten. Auch versuchten wir früh ihm beizubringen alleine sein zu können ohne Stress. Dies bauten wir, wie alles andere, Schritt für Schritt und mit viel Leckerchen auf. Er lernte wirklich sehr schnell und dies klappte dann länger je besser. Ich war stolz auf unseren Kleinen. Sauber war Mex zu Beginn natürlich auch nicht, doch wir lernten ihn zu lesen und merkten wann er raus musste. Bald schon zeigte er dies dann zuverlässig an. Mex lernte zudem früh die gängigen Verkehrsmittel kennen - Auto, Bus, Zug... Dies alles meisterte er mit Bravur. Erst immer etwas scheu zu Beginn, doch er lernte dies schnell. Wo wir waren ging auch er hin. Er hatte vertrauen zu uns gefasst.

 

 Ab ca. 12 Wochen gingen wir dann auch in die Welpengrupp. Die Auswahl an diesen Gruppen war sehr beschränkt und wir wählten die einzige Möglichkeit die sich uns damals bot. Doch bald stellte sich heraus das Mex länger je aufgedrehter wurde, vorallem nach der Welpengruppe. Man erklärte uns darauf bald, dass wir Mex nicht ausreichend auslasten würden. Ein Bordercollie bräuchte viel Input und müsse immer gefordert werden. Unwissend wie wir waren machten wir uns Vorwürfe Mex nicht genug zu bieten. Daher nahmen wir uns den Rat zu Herzen unseren Welpen noch mehr zu beschäftigen.

 


 

Im Nachhinein kann ich nur den Kopf darüber schütteln... Es ging noch eine Zeit lang weiter. Wir besuchten die Gruppe weiterhin, doch wurde Mex Verhalten länger je extremer. Es war für einmal nicht seine Angst oder Unsicherheit die uns überforderte. Total überdreht fing er plötzlich an alles zu beissen was ihm zwischen die Zähne kam. Dies wollte nicht aufhören. Wir bekamen unzählige Tipps von den Gruppenleitern, doch nichts verfing. Als ich dann beim einem Training bei Mex den einen Tipp anwandte wurde ich von der zweiten Leiterin blossgestellt. Ich dürfe dies niemals so machen, da ich damit Mex's Verhalten nur noch bestätigen würde. Klasse - vielen Dank. Dies war der Zeitpunkt für uns die Welpengruppe zu verlassen. Wir waren uns beide einig - diese Gruppe konnte uns nicht helfen. 

 

Nun aber hielt dieses Verhalten an. Meine Hände waren voller entzündeter Bisswunden. Der Kleine hatte es faustdick hinter den Ohren. Wir waren echt am verzweifeln. Doch Aufgeben war für uns keine Option. Antibiotika Salbe half zumindest meinen Händen. Mex wollten wir mit Tricks & Beschäftigung müde machen. Wir füllten Mex’s Kong mit Naturejoghurt oder LeParfait, froren dies ein und damit beschäftigte Mex sich liebend gerne. Auch fürs alleine bleiben hat dies sehr geholfen. Nur seine aufmüpfige Art und das Beissen besserten sich nicht. Ein bekannter Hundehalter meinte darauf Mex einfach mal Welpe sein zu lassen. Ihm Zeit zu geben und ihn nicht zu überfordern, es mit Ruhe angehen zu lassen. Dies war dann auch das Stichwort... 

Weiter geht es mit Mex's Vergangenheit in der nächsten Folge unserer Reihe "Mein Hund hat Angst"

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